Sorry Deutschland

Roman – Der Dandy

Roman betritt einen Raum nicht – er inszeniert ihn. Mit 46 Jahren hat er die Kunst perfektioniert, sich selbst zur permanenten Ausstellung zu machen.

Als Kurator für zeitgenössische Kunst ist er umgeben von Konzepten, Kontexten und Kontroversen – und genau so sieht er auch aus. Mode ist für ihn kein Ausdruck, sondern ein Zitat. Seine Kleidung kommt nie ohne Subtext: weite Hosen als Antithese zur Konformität, Rollkragen als Referenz an französische Intellektuelle, ein Hut mit Patina, der mehr Welt erzählt, als er tatsächlich gesehen hat.

RomanRoman ist der Mann mit den vielen Worten. Er redet gerne – vor allem über sich, seine Theorien und seinen ästhetischen Überbau. Zuhören? Nur, wenn es Applaus ähnelt. Er möchte nicht Teil eines Gesprächs sein, sondern dessen intellektuelles Zentrum. Dabei wirkt er manchmal wie eine überdrehte Karikatur eines Intellektuellen – leicht affektiert, fast narzisstisch – aber nie langweilig.

Für Roman ist Stil eine Form von Kunst, ein philosophisches Konzept, das ständig neu verhandelt werden muss. Er trägt keine Kleidung – er kommentiert sie. Und wehe dem, der Mode nur für „schön“ oder „praktisch“ hält. Der Mainstream ist für ihn ein kulturelles Sedativum. Seine Individualität ist ihm heiliger als jedes Dogma – und wenn das bedeutet, bei 30 Grad mit Samtjacke zu erscheinen, dann ist das eben so.

Roman hält sich für den Maßstab. Und ja – er findet das vollkommen gerechtfertigt. Dabei schwankt er irgendwo zwischen Genie und Parodie, zwischen Glanz und Pose. Aber genau das macht ihn faszinierend.

Wer Roman zuhört, braucht Geduld – und gelegentlich ein Glas Wein. Wer ihn versteht, erkennt: Zwischen dem ganzen Überbau steckt ein Mensch, der einfach nicht Mittelmaß sein will. Und das ist vielleicht seine ehrlichste Haltung.

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