Immer die anderen
Deutschland, wir müssen schon wieder reden.
Diesmal nicht über Funktionsjacken, weiße Sneaker oder schlecht sitzende Sakkos. Diesmal geht es um etwas, das deutlich tiefer sitzt: unser Benehmen.
Denn Rücksicht, Respekt und Anstand finden wir großartig. Vor allem dann, wenn andere sie zeigen sollen.
Genau hier setzt „Sorry, Deutschland – immer die anderen“ an. Das Buch ist keine Benimmschule und keine moralische Gebrauchsanweisung für bessere Menschen. Es ist Satire, bissig, direkt und unangenehm nah am echten Alltag.
Die deutsche Alltags-Realität
Die neue Supermarktkasse öffnet und plötzlich gilt das Recht des Schnelleren. Ein freier Stuhl ist selbstverständlich besetzt, weil darauf eine Jacke liegt. Wer „gleich“ kommt, kann problemlos zwanzig Minuten später erscheinen. Im Zug werden private Telefongespräche so laut geführt, dass anschließend der ganze Waggon über Scheidung, Blutwerte und Kontostand informiert ist.
Und wer sich danebenbenimmt, hat fast immer eine Erklärung.
Man hatte es eilig. Man war zuerst da. Man wollte nur kurz. Man konnte nichts dafür. Und überhaupt: Die anderen machen es doch genauso.
Das Buch nimmt genau diese Situationen auseinander. Nicht theoretisch, sondern dort, wo sie passieren: im Supermarkt, im Restaurant, auf Festen, im Zug und mitten im ganz normalen täglichen Wahnsinn.
Das Ensemble im Café 47
Auch diesmal stehen die bekannten sechs Charaktere im Mittelpunkt:
- Martin, der alles richtig machen möchte und trotzdem erstaunlich oft eine Ausnahme für sich findet.
- Hartmut, der Regeln schätzt, solange sie praktisch bleiben.
- Roman, der selbst schlechtes Benehmen noch nach seiner Wirkung beurteilt.
- Fränzi, die gesellschaftliche Probleme schnell erkennt, manchmal nur nicht bei sich selbst.
- Konstantin, der Widersprüche mit wenigen präzisen Sätzen zerlegt.
- Und Joe, der beobachtet, notiert und lange glaubt, außerhalb des ganzen Irrsinns zu stehen.
Ihre Bühne bleibt das Café 47. Dort werden Erlebnisse aus dem Alltag weitergedreht, Ausreden zerlegt und vermeintlich vernünftige Erklärungen plötzlich ziemlich lächerlich.
Satire über Anstand und Selbstgerechtigkeit
„Sorry, Deutschland – immer die anderen“ handelt von Rücksichtslosigkeit, guten Ausreden und unserer bemerkenswerten Fähigkeit, den eigenen Anteil an einem Problem zuverlässig zu übersehen.
Dabei geht es nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger über schlechte Menschen zu urteilen. Viel interessanter ist die Frage, warum wir ein Verhalten bei anderen sofort unmöglich finden und wenige Minuten später selbst eine überzeugende Begründung dafür haben.
Das Ergebnis sind Geschichten, die vertraut wirken, weil viele davon so oder ähnlich jeden Tag passieren. Man lacht über Martin, Hartmut oder Roman und merkt manchmal erst ein paar Seiten später, dass man denselben Satz selbst schon gesagt hat.
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